
La Voz de Chile war ein chilenischer Radiosender, der exklusiv auf Kurzwelle fürs Ausland sendete. Während der Militärdiktatur (1973-1990) war sie die offizielle Stimme der chilenischen Regierung. Die Station hing direkt von Radio Nacional de Chile ab und arbeitete in den Einrichtungen und mit der technischen Ausrüstung, die nach dem Staatsstreich vom sozialistischen Radiosender Radio Corporación beschlagnahmt worden waren.
Es gab 16 Programmsprachen, unter anderen Deutsch und Englisch. Das Programm setzte sich aus chilenischer Musik, nationalen Kulturprogrammen und Nachrichtensendungen zusammen. Letztere hatten einen großen propagandistischen Inhalt, der die verschiedenen Aspekte der Militärdiktatur positiv beleuchtete.
Die von La Voz de Chile übermittelten Nachrichten wurden von den Behörden streng überprüft und waren in jeder zu sendenden Sprache genau gleich.
Die Station hatte einen russischsprachigen Dienst, dessen Ziel es war, Programme mit stark antikommunistischer Färbung in die Sowjetunion zu senden, um auf Radio Moskau zu reagieren. Die Sendungen von „La Voz de Chile“ endeten im Jahr 1990, die Kurzwellen-Sender wurden dann vom chilenischen Staat an eine religiöse Station verkauft. Somit hatte ein weiterer Staat seine internationale Stimme verloren.
