
Der Sender wurde unter dem Namen Radio Moskau gegründet. Am 29. Oktober 1929 begann der regelmäßige Sendebetrieb für Hörer im Ausland mit einer Reportage über die Feierlichkeiten zum 12. Jahrestag der Oktoberrevolution auf dem Roten Platz und den Worten „Hier spricht Moskau! Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Die Aufnahme eines regelmäßigen Sendebetriebs erfolgte damit drei Jahre vor dem BBC World Service.
Die erste Sendesprache war Deutsch, etwas später folgten Englisch und Französisch. Die Programminhalte nahmen Partei für das sowjetische System und wurden von Kommunisten im nichtsowjetischen Ausland moralisch unterstützt. 1937 sendete das Moskauer Radio in acht Sprachen: Englisch, Deutsch, Französisch, Niederländisch, Tschechisch, Schwedisch, Portugiesisch und Ungarisch.
Nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 war der deutschsprachige Dienst von Radio Moskau eine Nachrichtenquelle für die deutsche Bevölkerung, die die sowjetische Sicht des Krieges beschrieb und Nachrichten von der Ostfront vermittelte. Regelmäßig kamen deutsche Kriegsgefangene zu Wort; auch wurden Sendungen aus den Lazaretten gesendet, in denen deutsche Kriegsgefangene behandelt wurden. Dies, um der Propagandalinie von Goebbels zu widersprechen, der verbreiten ließ, Kriegsgefangene der Russen würden sofort erschossen.
Des Weiteren wurden von Radio Moskau erfolgreiche Sendeformate des Londoner Rundfunks kopiert. Dazu zählte eine satirische Sendung, für die das gern-gehörte deutschsprachige BBC-Sendeformat „Frau Wernicke“ als Blaupause diente: Frau Künnecke.
Darüber hinaus war der deutsche Dienst von Radio Moskau eine propagandistische Quelle, die die deutsche Bevölkerung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufforderte. Gemäß der offiziellen Haltung der Sowjetunion unterschied Radio Moskau klar zwischen dem Hitlerregime und dem deutschen Volk. In diesen Jahren waren in der deutschen Redaktion viele exilierte deutsche Kommunisten tätig. Am Mikrophon traten Journalisten, Publizisten und Politiker wie Egon Erwin Kisch, Wilhelm Pieck, Johannes R. Becher, Erich Weinert, Willi Bredel, Friedrich Wolf und Ernst Busch auf. Als Sprecher arbeiteten dort deutsche Schauspieler und Schriftsteller wie Lotte Loebinger, Heinrich Greif (Chefsprecher von 1935 bis 1945), Hedda Zinner u. a. m. Leiter der deutschen Redaktion war Sepp Schwab. Im Zweiten Weltkrieg galt Radio Moskau in Deutschland als Feindsender, und das Abhören und Verbreiten seiner Nachrichten wurde in dieser Zeit mit der Todesstrafe bedroht.
In den Zeiten des Kalten Kriegs baute Radio Moskau sein Programmangebot erheblich aus. Das deutschsprachige Programm dauerte täglich sieben Stunden und wurde zur Mittagszeit und in den Abendstunden über Kurz-, Mittel- und Langwelle nach Mitteleuropa ausgestrahlt. In mehr als 60 Fremdsprachen auf zahlreichen Frequenzen waren Programme von Radio Moskau zu hören. Benutzt wurden Sendeanlagen in der Sowjetunion, in Osteuropa und auf Kuba. Das Pausenzeichen entstammte der Melodie des Liedes Schiroka strana moja rodnaja -Vaterland, kein Feind soll dich gefährden.
In den Zeiten von Glasnost und Perestroika änderte sich das Programm erheblich. Zum Beispiel sendete Radio Moskau am 1. Januar 1987 die Neujahrsansprache des US-Präsidenten Ronald Reagan an das sowjetische Volk.
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurde der Sender in „Stimme Russlands“ umbenannt.
