History Jahr 1995:
Die „Voice of the Mediterranean“ war ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen Malta und
Libyen. Jeden Tag sendete sie je zwei Stunden in Englisch und Arabisch über die
Sender der Deutschen Welle. Dabei wird das englische Programm von den Maltesern gestaltet, das arabische von den Libyern. Zu Anfang hatte es bei dieser Zusammenarbeit Bedenken gegeben.
Auch der Sendebeginn am 1.9.1988 war vielen Beobachtern verdächtig – immerhin ist der 1. September der Jahrestag der libyschen Revolution. So kam der Vertrag nur unter der Bedingung zustande, daß die
maltesische Seite die Sendungen vor der Ausstrahlung kontrolliert. Der damalige
Programmdirektor, Lino Gatt, erklärte, man habe anfangs ein paar Mal „zur Schere greifen müssen“, nach kurzer Zeit habe sich das Verfahren aber eingespielt. Es ist kein Fall bekannt geworden, in dem Sendungen des arabischen Programmes hätten beanstandet werden müssen.
Die Kurzwellensendungen der „Voice of the Mediterranean“ wurden über eine der
Rundstrahlantennen der DW ausgestrahlt. Der Empfang gelang zuverlässig, wenn auch nicht
immer ganz störungsfrei. Im Winter konnte die Morgensendung manchmal sogar über
Mittelwelle aufgenommen werden. Die Station war nicht nur für QSL-Jäger interessant – das englische Programm war kulturell recht anspruchsvoll und abwechslungsreich. Es lohnte sich, länger zuzuhören, besonders für alle, die sich für die Belange des Mittelmeerraumes interessierten.
