
CNRTV Congo, Relais Radio Brazzaville: 6115 khz

weitere verfügbare Programme in Brazzaville auf FM: BBC — RFI — VoA — Radio Maria — Radio Voix évangelique
Radio Brazzaville hat eine faszinierende Geschichte, die eng mit den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs und der französischen Kolonialgeschichte verbunden ist.
Radio Brazzaville wurde während des Zweiten Weltkriegs gegründet und diente als wichtige Stimme der Freien Französischen Streitkräfte unter General Charles de Gaulle. Es war der einzige Radiosender, der unabhängig von den britischen und amerikanischen Einflüssen operierte und somit eine wichtige Rolle in der Kommunikation und Propaganda der Freien Franzosen spielte.
Die Gründung von Radio Brazzaville war eine improvisierte Aktion, die von einer kleinen Gruppe von Männern durchgeführt wurde, die sich auf dem Weg nach Dakar befanden. Nach dem Scheitern ihrer Mission in Dakar entschieden sie sich, nach Brazzaville zu gehen, das damals unter der Verwaltung der Freien Franzosen stand.
Radio Brazzaville blieb bis September 1944 aktiv und war ein wichtiger Kommunikationskanal für die Freien Französischen Streitkräfte. Es war bekannt dafür, die Stimme von General de Gaulle zu verbreiten und die französische Bevölkerung sowie die Alliierten über die Entwicklungen im Krieg zu informieren.
Das Radio wurde 1950 zum nationalen Sender.
Anschließend senden die Sender die internationalen Programme der ORTF in Relais. Mit der Unabhängigkeit von Kongo-Brazzaville erhielt die ORTF das Recht, die Sender zu nutzen. Aber als die Mittel zurückgingen, verschwanden allmählich die lokalen Programme, um Platz für eine reine und einfache Übertragung von Sendungen aus Paris zu machen, die von den Metropolsendern Allouis und Issoudun übertragen wurden.
Nach einem Staatsstreich im Jahr 1972 verstaatlichte die neue kongolesische Revolutionsmacht die Einrichtungen von Radio Brazzaville.
Wie, in jeweils unterschiedlicher Gewichtung, sowohl örtliche Medien als auch die Botschaft von China in Brazzaville berichten, haben chinesische Techniker in den vergangenen Monaten einen neuen, 50 kW starken Kurzwellensender installiert. Er wurde am 30. August 2022 offiziell in Betrieb genommen.
Zumindest bislang entspricht die Signalstärke auf der unverändert 6115 kHz lautenden Frequenz dem nicht sonderlich hohen Niveau der letzten Jahre bis 2021. Auch die Betriebsweise gestaltet sich wieder so, wie es mit der alten Technik üblich war.
Der Sender wird also irgendwann zwischen 7.00 und 8.00 Uhr mitten hinein ins laufende Programm eingeschaltet und, wiederum mitten im Satz oder Musiktitel, zwischen 20.00 und 21.00 Uhr ausgeschaltet. Ab 30. Oktober werden, wenn es dabei bleibt, nach MEZ daraus wieder 6.00…7.00 bzw. 19.00…20.00 Uhr.
Keine Überraschung ist der Lieferant, nachdem China in der Republik Kongo auch schon Aufbau und Betrieb von DVB-T2 übernommen hat. Die von der chinesischen Seite geschaffene Plattform Star Times beherrscht, zum Beispiel mit exklusiven Bundesliga-Fernsehrechten, inzwischen in weiten Teilen von Afrika den Markt.
Konsequenterweise zeigte die Botschaft auch noch ein Foto von einer soeben in Peking abgehaltenen Veranstaltung zur Zusammenarbeit zwischen China und Afrika auf dem Gebiet der Medien.
PR-Texte wurden dazu selbst auf Deutsch verteilt. Nicht weniger positiv ausgefallen sind die redaktionellen Beiträge zum Thema, sowohl aus Afrika als natürlich auch aus China.
Nach der Installation beschränkt sich der Kurzwellenbetrieb in Brazzaville auf einen Sender, der nun stets auf 6115 kHz verbleibt. Umschaltungen auf eine höhere Tagfrequenz (üblich war hier 9610 kHz) gibt es nicht mehr.
Quelle: (ab dem Trennstrich) >> China in Afrika – Neuer Kurzwellensender in Brazzaville | radioeins.de
Radio Brazzaville, ID, 6115 khz
